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Was

Der Barnum-Effekt beschreibt die Tendenz von Menschen, allgemeine und vage Aussagen als individuell zutreffend zu interpretieren. Diese Aussagen sind so formuliert, dass sie auf fast jeden zutreffen könnten, wirken jedoch persönlich und spezifisch. Der Effekt wurde nach dem amerikanischen Zirkusdirektor P. T. Barnum benannt, der dafür bekannt war, das menschliche Bedürfnis nach Bestätigung und Selbstwahrnehmung geschickt auszunutzen.

Beispiele für Barnum-Aussagen:

  • „Sie haben ein großes Potenzial, das Sie noch nicht vollständig ausschöpfen.“
  • „Manchmal sind Sie gesellig, aber es gibt auch Zeiten, in denen Sie sich zurückziehen.“

In der politischen Kommunikation wird der Barnum-Effekt genutzt, um breite Zielgruppen anzusprechen, ohne tatsächlich etwas Konkretes zu sagen.


Wie

1. Allgemeine Aussagen, die jeder nachvollziehen kann

  • Beispiel: Ein Politiker sagt, dass „viele Menschen das Gefühl haben, dass die Politik sie nicht ernst nimmt.“
    • Zitat: „Wir hören zu und nehmen Ihre Sorgen ernst!“
    • Ziel: Breite Zustimmung generieren, da sich fast jeder in dieser Aussage wiederfinden kann.

2. Versprechen, die individuell interpretiert werden können

  • Beispiel: Eine Partei verspricht „eine gerechte Zukunft für alle.“
    • Zitat: „Deutschland braucht eine Politik, die niemanden zurücklässt!“
    • Ziel: Menschen fühlen sich angesprochen, unabhängig von ihrer spezifischen Situation.

3. Persönliche Ansprachen, die sich universell anfühlen

  • Beispiel: Ein Kandidat wendet sich direkt an die Wähler mit Formulierungen wie: „Sie sind die Kraft, die unser Land voranbringt.“
    • Ziel: Eine persönliche Verbindung schaffen, obwohl die Aussage auf jeden zutreffen könnte.

4. Nutzung des Barnum-Effekts in Wahlprogrammen

  • Beispiel: Wahlprogramme enthalten häufig Sätze wie: „Wir stehen für den Fortschritt und die Bewahrung unserer Werte.“
    • Ziel: Positive Assoziationen hervorrufen, ohne konkret zu werden.

Wo

Quellen